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- Published on Thursday, 22 June 2006 17:02
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Presseerklärung zum Austritt der Burschenschaft der Pflüger aus der Deutschen Burschenschaft
Die Burschenschaft der Pflüger erklärte den Austritt aus dem Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) zum 30.06.1996
Die jetzt in Münster ansässige Burschenschaft der Pflüger ist am 20.06.1837 in Halle an der Saale gegründet worden und seit Jahrzehnten Mitglied des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft. Urburschenschaftliche Gedanken und Ziele haben die "Pflüger", wie die Mitglieder dieser Studentenverbindung genannt werden, stets mitgetragen und durch aktives Engagement weiterentwickelt.
Nach Auffassung der Pflüger hat die innerverbandliche Demokratie als elementarer Bestandteil des Burschenschaftlichen Gedankens in den letzten Jahren stark gelitten. Es gebe schon seit etlichen Jahren eine starke Blockbildung auf der rechten Seite, die keine Reformen und auch keine Diskussionen innerhalb des Verbandes über dieses Thema zulasse. Andersdenkende kämen dadurch nicht mehr zu Wort, woduch ein Klima der Intoleranz entstanden sei.
Die Pflüger bemängeln, daß innerhalb des Verbandes politische Entwicklungen ignoriert wurden. Statt beispielsweise dem europäischen Gedanken zu folgen und sich an dem Prozeß der europäischen Einigung zu beteiligen, wurde auf einer großdeutschen Politik verharrt.
Dazu erklärt Dr. Hans Scharf, Vorsitzender der Altherrenschaft der Pflüger: "Wir sehen keine Heimat mehr in einem Dachverband, bei dem demokratische Grundregeln nicht mehr richtig funktionieren, und der sich unter anderem dadurch immer mehr ins politische Abseits manövriert."
"Die Burschenschaft der Pflüger sieht keine Möglichkeit mehr, diesen Dachverband von innen heraus weiter zu entwickeln. Durch unser Verlassen des Dachverbandes wollen wir ein Zeichen setzen und nicht zu Mitläufern undemokratischer, antieuropäischer und tendenziell rechtsradikaler Bestrebungen werden", so Ingo Hallmann, Sprecher der
Aktivitas der Pflüger.
Eine Rückkehr in einen reformierten Dachverband Deutsche Burschenschaft schließen die Pflüger allerdings nicht aus, sie sind jedoch der Überzeugung, daß diese überfällige Reform nur noch von außen erreicht werden kann.
Münster, den 30. Juni 1996
Burschenschaft der Pflüger
Münstersche Zeitung - 20.05.2002
Gegen Anonymität: Tradition, Wurzeln und Identifikation
Münster - In diesem Jahr begeht die Burschenschaft der Pflüger Halle zu Münster ihr 165.
Stiftungsfest. Die 1837 gegründete Burschenschaft ist die älteste Verbindung Münsters. Am Samstag Abend feierten rund 150 Burschenschafter das Jubiläum im Alten Rathaussaal.
Im 19. Jahrhundert trat die protestantische Verbindung vor allen Dingen gegen die Kleinstaaterei Deutschlands ein und machte sich für ein vereintes Deutschland und ein liberales Bürgertum stark. Heute betont die Verbindung ihre Stellung für die Studenten im modernen Universitätssystem. "Der Trend geht Immer mehr zu einer virtuellen Hochschule, wo die Anonymität immer mehr um sich greift. Wir als Burschenschaft können für die jungen Studenten all das bieten, was für eine gute und schnelle Ausbildung nötig ist: Tradition, Wurzeln und Identifikation", sagte der erste Vorsitzende Thomas Helm, der am Samstag zum zweiten Mal in seinem Amt bestätigt wurde. Leider hätten die Burschenschaften auch immer wieder mit Vorurteilen in der Gesellschaft zu kämpfen. "So viele Burschenschaften es gibt, so viele Vorurteile scheint es auch über uns zu geben", bedauerte er. Doch was in dieser schnelllebigen Zeit ein 165. Stiftungsfest feiern kann, könne so falsch nicht sein, so Helm. "Wir haben Grund genug, um selbstbewusst auftreten zu können."
Die 24 Studenten in Münster, die der Burschenschaft der Pflüger angehören, seien "ganz normale" Studenten, meinte der erste Vorsitzende. Der amtierende Sprecher schätzt die alltäglichen Auseinandersetzungen in der Gemeinschaft als "gutes Demokratie-Training". Die Studenten organisieren die Veranstaltungen und verwalten ihr Haus selbst. "Vier Mal die Woche müssen wir zum Fechten", erzählt der 22-jährige BWL-Student über seinen Alltag mit den 23 anderen Burschenschaftern.
Steffen Leiwesmeyer transportierte den Wahlspruch des Bundes "Gott, Freiheit, Vaterland, altdeutsche Treu" in seiner Festrede in die heutige Zeit. "Diese Werte haben heute noch genau so eine Gültigkeit wie damals, sie müssen einfach nur der Moderne angepasst werden. Es gibt momentan wieder eine Hinwendung zu Vaterland und Heimat", betonte er abschließend. MMM
Westfälische Nachrichten - 20. 05. 2002
Gesellschaft aktiv mitgestalten
Von G. Sarkhosh
Münster. Wenn wir es schaffen, die Fragen zu behandeln, die die Zukunft an uns Burschenschafter in Universität und Gesellschaft stellt; wenn wir es schaffen, Identität zu stiften, in einer Zeit, in der viele nach Orientierung suchen, wenn wir unsere guten Traditionen pflegen, dann haben wir eine gute Chance, uns in der Zukunft selbstbewusst behaupten zu können. unterstrich Thomas Helm, Vorsitzender der Burschenschaft der Pflüger Habe zu Münster anlässlich des 165. Stiftungsfestes. Rund 150 Gäste aus Hochschule, öffentlichem Leben und der Politik gedachten am Samstag mit einem Festkommers im Rathaus der Gründung des Lebensbundes. In Halle an der Saale wurde 1837 die Burschenschaft der Pflüger gegründet. Es war jene bewegte Zeit, als das Bürgertum selbstbewusster wurde und sich gegen Fürsten und Kleinstaaterei mehr eigene Rechte zu erkämpfen suchte. Die Burschenschaften, so auch die Pflüger bildeten einen Motor dieser Bewegung. Auf diese Tradition fußend, stehen auch noch heute bei den Activitas und der Altherrenschaft die Pluralität der Meinungen und der Mut, diese zu äußern, ganz oben auf der Agenda. Heute zählt der Lebensbund in Münster 160 sogenannte Altherren und 25 Aktive. Helm unterstrich in seiner Festansprache die Notwendigkeit der Burschenschaft, sich in aktuelle gesellschaftliche und politische Debatten einzumischen. Er appellierte, aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilzunehmen.
Münstersche Zeitung - 29.05.2007
Westfälische Nachrichten - 29.05.2007



